Eine Bundesjury sprach am 5. März zwei Männer schuldig wegen Wirtschaftsspionage, die den Diebstahl und Verkauf von Technologie eines US-Unternehmens an einen Konkurrenten umfasste, der von der chinesischen Regierung kontrolliert wird.

Die Jury fällte das Urteil gegen Robert Maegerle und Walter Liew.

Sie wurden beschuldigt, die Methode des in Delaware ansässigen DuPont-Unternehmens zur Herstellung von Titandioxid gestohlen zu haben – eine Chemikalie, die weltweit jährlich 1 Billion 400 Milliarden Dollar Umsatz generiert und für das Weißen von allem verwendet wird, von Autos bis hin zur Mitte von Oreo-Keksen.

Jeder Angeklagte könnte zu einer Haftstrafe von 15 Jahren oder mehr sowie zu Geldbußen in Höhe von Hunderttausenden von Dollar verurteilt werden.

Ein Gerichtsdokument zeigte, dass China mehr Titandioxid aus dem Westen kauft, als es selbst im Inland produziert. Daher, so die US-Staatsanwälte, hätten chinesische kommunistische Führungspersonen angeordnet, dass die Nachahmung – oder der Erwerb – der Herstellungsmethode von DuPont ein nationales wirtschaftliches und wissenschaftliches Gebot sei.

Die patentierte Herstellungsmethode von DuPont ist zwar nach wie vor gefährlich, schmutzig und kompliziert, doch trotzdem sauberer und schneller als die veraltete Produktionsmethode, die chinesische Fabriken verwenden. DuPont kontrolliert 20 Prozent des globalen Marktes.

Die Staatsanwälte erklärten, DuPont habe seine Methode nicht bereitwillig an China verkauft, daher sei sie gestohlen und an ein Unternehmen namens Pangang Group Co. Ltd. geschickt worden, wie Zeugenaussagen während des diplomatisch heiklen Verfahrens ergaben. Die Jury hörte sechs Wochen lang Zeugenaussagen.

Die Staatsanwälte behaupteten, die Fabrik von Pangang sei die einzige Anlage in China, von der bekannt sei, dass sie Titandioxid nach der DuPont-Methode herstelle, bei der Chlorierung zum Einsatz kommt.

Die Bundesstaatsanwälte sagen, Walter Liew und seine Frau Christina Liew hätten in den 1990er Jahren ein kleines kalifornisches Unternehmen gegründet, dessen Ziel es war, Chinas verzweifelten Wunsch auszunutzen, eine DuPont-ähnliche Fabrik aufzubauen.

Das Ehepaar rekrutierte ehemalige DuPont-Wissenschaftler mit dem alleinigen Ziel, chinesische Aufträge zu gewinnen. Maegerle arbeitete von 1956 bis 1991 für DuPont, bevor er sich den Liews anschloss.

Tze Chao, ein weiterer ehemaliger DuPont-Wissenschaftler, der mit den Liews zusammengearbeitet hatte, bekannte sich 2012 schuldig, sich an einer Verschwörung zur Wirtschaftsspionage beteiligt zu haben.

Ein Prozess gegen Christina Liew ist für später in diesem Jahr angesetzt.