Der Anstieg der Rohstoffpreise übt Druck auf die Klebstoffhersteller aus.
Ein weltweiter Engpass bei der Versorgung mit einem wichtigen Rohstoff für die Herstellung wasserbasierter Klebstoffe belastet laut FEICA, dem in Brüssel ansässigen Verband der europäischen Klebstoff- und Dichtstoffindustrie, die europäischen Klebstoffhersteller. Experten schätzen, dass die Nachfrage nach dem Rohstoff Vinylacetatmonomer (VAM) derzeit etwa eine Million Tonnen über dem Angebot liegt; internationale Chemieunternehmen haben deshalb ihre Preise für VAM erheblich angehoben.
Der VAM-Mangel ist durch die Schließung mehrerer Produktionsanlagen in Europa, den USA und Asien verursacht worden – sei es aufgrund von Ausfällen und Unfällen oder einfach wegen notwendiger Wartungsarbeiten. Allein in Europa fehlen rund 500.000 Tonnen VAM. VAM ist der wichtigste Bestandteil von Dispersionsklebstoffen, die beispielsweise in der Automobilindustrie, im Bauwesen, in der Holzverarbeitungs- und Möbelindustrie, bei der Herstellung von Papier und Verpackungsmaterial sowie von Heimwerker-, Hobby- und Handwerksfreunden eingesetzt werden. Zudem ist VAM ein bedeutender Rohstoff in den Bereichen Farben und Beschichtungen, Bauwesen sowie Textilherstellung.

In den letzten Wochen haben mehrere VAM-Produzenten Anlagenstörungen gemeldet oder Verkaufsbeschränkungen angekündigt, da die Nachfrage nach VAM weitaus höher ist als das verfügbare Angebot. Aufgrund der kritischen Versorgungslage ist der Preis für VAM seit Ende 2013 mehrfach gestiegen, was die Inputkosten für Europas Klebstoffindustrie erheblich erhöht hat.